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Seit einem Vierteljahr ist Bastian H. Projektleiter eines 10 köpfigen Teams. Von Anfang an ist er voll motiviert und will sich als Führungskraft bewähren. Allerdings hat er sich alles etwas leichter vorgestellt. Es dauert ewig, bis die angeschobenen Projekte richtig laufen. Insbesondere drei Mitarbeiter empfindet er als anstrengend und schwierig.

Die heutige Teamsitzung soll um 10 Uhr starten. Extra ist er früher in die Firma gekommen, weil er vorher noch rasch seine Riesen-ToDo-Liste abarbeiten will. Seit 7 Uhr sitzt er am Rechner und dauernd passiert etwas, was ihn rausbringt. Die Agenda für die Sitzung noch verschicken, aber da sind auch noch die „148 Mails“, von denen er noch mindestens drei schnell beantworten will! ... Und als er auf die Uhr guckt, ist es zu seinem Schrecken schon viertel nach zehn!

Während er den Flur entlang sprintet, fällt ihm ein, dass ab heute ja die Mentorin dabei sein soll. Beim letzten Feedbackgespräch mit seiner Führungskraft wurde diese Unterstützungsmaßnahme vereinbart, da es Kritik aus seinem Team gab. ‚Mist’, denkt Bastian noch und hetzt in den Meetingraum.

Seine 3 Projekt-Mitarbeiter sitzen starr da. Auch die Mentorin schweigt. „Begrüßung ist wohl nicht, was?“ platzt es aus ihm raus. „OK, wir sind spät dran. Ich lade mal eben die Agenda runter.“ Gefühlte Stunden dauert es, bis das Netzwerk das Dokument freigibt. Dann endlich: Fünfzehn Punkte stehen auf der Besprechungsliste. Aus dem Augenwinkel bemerkt er, wie Tülay die Augen verdreht, Jan blass wird und Sabrina sich alle Punkte in ihr Tablet notiert. „Meine Güte, wenn du das jetzt alles noch abschreibst, verlieren wir noch mehr Zeit!“ rutscht es Bastian raus.“ „Hättest du sie vorab geschickt, wäre das unnötig! Ich kann viel besser arbeiten, wenn ich alles klar vor mir habe. Ich schreibe wohl auch besser das Protokoll, dann haben wir es wenigstens rechtzeitig.“ Bastian ist baff, so eine Dreistigkeit!

„Jan, wie sieht es mit den Angeboten für die neue Projektplanungs-Software aus?“ fragt Bastian dann. Jan berichtet zögerlich, dass er dreiundzwanzig Produkte ausfindig gemacht habe und verteilt eine tabellarische Vergleichsübersicht. ‚Meine Güte’, denkt Bastian, ‚wenn wir die alle durchhecheln wollen, sitzen wir morgen früh noch hier.’ Jan fragt zögernd: „Ich habe alle Features mit unseren Anforderung und Zielen in Beziehung gesetzt und verglichen. Soll ich es erläutern?“ „Kannst du nicht einfach sagen, was das Beste ist, bevor wir tausend Details hören müssen?“ Jan räuspert sich: „Ich wollte klären, wie ihr darüber denkt, allein möchte ich das nicht entscheiden. Schließlich wollen wir dann ja alle damit arbeiten.“ Bastian bringt kurzerhand das Thema auf den Punkt: „Wer ist dafür, mit „Thinkanddraw“ zu arbeiten? Ich habe damit beste Erfahrungen gesammelt.“ Alle schweigen. „Kein Widerspruch? Also angenommen!“ Dass Tülay abermals die Augen verdreht, entgeht ihm dabei nicht.

Im Anschluss an die Sitzung schlägt die Mentorin Frau Voigt vor, den Verlauf des Meetings zu reflektieren. Bastian schwant, dass diese Sitzung nicht so brillant gelaufen ist: „Tja, es hätte effektiver sein können. Ich hätte die Agenda vorher senden sollen und Jan ein klareres Briefing geben müssen. Außerdem wirkte mein Team nicht besonders glücklich.“ „Ich bin froh, dass Sie das bemerkt haben“, sagt Frau Voigt. „Wichtiger als Ihre Organisation ist mir deswegen, mit Ihnen über Ihr Selbstmanagement und Führungsverhalten zu sprechen. Sie haben da drei sehr unterschiedliche Mitarbeiter, die sich scheinbar durch Sie nicht optimal unterstützt fühlen. Mein Gefühl sagt mir übrigens, dass Sie sich selbst unter enormen Druck setzen.“ „Das merkt man?“ fragt Bastian und atmet hörbar ein, „Jetzt, wo Sie das so sagen... Üblicherweise fällt es mir nicht so auf, aber meine Freundin beschwert sich schon, dass ich ewig brauche, um nach der Arbeit zur Ruhe zu finden – was es auch nicht besser macht.“ 

„Ja, ich merke diese Unruhe in Ihnen“, sagt seine Mentorin. „Möchten Sie wissen, woran?“ „Klar! Dann kann ich sie vielleicht besser kontrollieren.“ „Wir werden später darüber sprechen, was vielleicht noch bessere Lösungen wären. Die Anzeichen für mich sind jedenfalls vielfältig“, fährt sie fort. „Zum Beispiel kamen Sie zu spät und sehr gehetzt ins Meeting. Kennen Sie das von sich? Als ob die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt?“ Bastian nickt. „Wahrscheinlich gehen Sie regelmäßig weit über Ihr Limit in Arbeitseinsatz und Zeitkontingent. Wollen Sie noch weitere Beispiele und Vermutungen hören?“ - „Na los!“

„Ich stelle mir vor, Sie schreiben lange ToDo-Listen und erwarten von sich, alles in kürzester Zeit abzuarbeiten. Sie stehen ständig unter Strom und wollen der Zeit so viel wie möglich abgewinnen, am liebsten hundert Sachen auf einmal erledigen. Und deswegen ist es für Sie schwer erträglich, wenn andere für ihre Ausführungen zu sehr ins Detail gehen, Dinge umständlich formulieren oder tun. Außerdem neigen Sie dazu, Ihren inneren Druck an andere weiter zu geben. Manchmal fühlen Sie sich allerdings auch wie gelähmt und können gar nichts mehr tun. Bis Sie dann plötzlich wieder aufspringen...“.

Bastian reißt die Augen auf: „Sind Sie vielleicht im Zweitberuf Hellseherin?“ Frau Voigt grinst. „Nicht ganz. Aber ich arbeite mit dem Persönlichkeitsmodell der Archetypen der Seele®. Sogenannte Urängste sind danach Teil der menschlichen Persönlichkeit. Die Angst vor Versäumnis, die sich vor allem in Ungeduld äußert, ist eine davon und scheint Ihre Hauptangst zu sein.“ „Dass das eine Angst sein soll, hätte ich bisher nicht so gedacht, aber Sie haben Recht, der Druck ist immens!“ seufzt Bastian.

 

 

Wollen Sie wissen, wie es weiter ging und wie Bastian H. seine Probleme wieder in den Griff bekam und lernte, auch mit seinen Mitarbeitern besser umzugehen?

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